Der Diakonieverein hat beim bereits 8. Aktionstag „Schichtwechsel“ mitgemacht. Aus den Betrieben der Umgebung kamen Schichtwechsler in die Werkstatt am Lützowweg. Und einzelne Beschäftigte wiederum besuchten die Betriebe oder auch die Evangelische Grundschule. Alle freuten sich über ungewohnte Perspektiven und Einblicke.
Am 24. September 2026 füllte sich der Rundbau auf dem Gelände des Diakonievereins mit neuen Gesichtern. Hier trafen sich die Schichtwechslerinnen und Schichtwechsler aus den Betrieben mit ihren Patinnen und Paten für den Tag. Dabei auch eine Erzieherin aus der Evangelischen Grundschule, die sich einen Arbeitstag lang dem Verpackungsbereich der Werkstatt anschloss.
Nach einer kleinen Werkstattführung startete die Arbeit im jeweiligen Bereich, zur Auswahl standen: Verpackung, Holzbearbeitung, Fahrradwerkstatt, Nähen und Drucken. Alle Beteiligten zeigten großes Interesse und Begeisterung für die noch unbekannten Arbeitsabläufe, die sie sich schnell zu eigen zu machen versuchten. Ähnlich erging es den Beschäftigten in ihren ungewohnten Arbeitsumfeldern in den Betrieben.
Das gemeinsame Mittagessen aller Schichtwechselnden und Paten aus Betrieben und Werkstatt läutete die Möglichkeit zum Austausch in größerer Runde ein, der dann auch beim folgenden Abschlussgespräch fortgesetzt wurde.
Die Mitarbeitenden der auswärtigen Firmen waren beeindruckt, mit wie viel Leidenschaft, Leistungsbereitschaft und Qualitätsbewusstsein die Beschäftigten in ihrem jeweiligen Bereich zu Werke gingen. Die Erzieherin der Evangelischen Grundschule bewunderte „die Freundlichkeit, die Gemeinschaft und die Selbstverständlichkeit, mit der dort jeder seinen Alltag meistert.“ Und lobte die dortige Sporteinheit.
Für die Erzieherin im Verpackungsbereich fand an diesem Tag wiederum eine Beschäftigte aus der Werkstatt den Weg in die Evangelische Grundschule: Emma aus der Fahrradwerkstatt half Schulassistentin Karin Remmling bei ihren täglichen Aufgaben – von E-Mails und Post bis hin zu organisatorischen Tätigkeiten. Auch in den Unterricht schnupperte sie hinein und stellte viele Fragen, z.B. zum Konzept der freien Schule.
„Für mich war dieser Tag nicht nur eine Unterstützung im Arbeitsalltag, sondern vor allem eine persönliche und sehr bereichernde Begegnung. Emma hat ihre Geschichte mit uns geteilt und uns einen kleinen Einblick in ihren Alltag gegeben“, erzählt Karin Remmling und ergänzt: „Genau solche Begegnungen sind wertvoll: Kinder erleben ganz selbstverständlich, dass Menschen unterschiedlich sind und trotzdem selbstverständlich dazugehören. So können Berührungsängste und Vorurteile früh abgebaut werden.“
Und auch Christian Ribbecke vom Berufsbildungsbereich der Werkstatt zieht nach der Abschlussrunde ein positives Fazit: „Insgesamt war der Schichtwechsel für alle Beteiligten eine schöne und wertvolle Erfahrung. Viele möchten gerne wieder daran teilnehmen.“
Einmal im Jahr tauschen am bundesweiten Schichtwechsel-Aktionstag Menschen mit und ohne Behinderungen für einen Tag ihre Arbeitsplätze und gewinnen dabei unmittelbare Einblicke in eine andere Arbeitswelt und Lebensrealität. Initiiert wurde der Aktionstag von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen. Er wird unterstützt von der Stadt Bitterfeld-Wolfen.
Der Diakonieverein dankt allen Betrieben, die mitgemacht haben – und allen Schichtwechslerinnen und Schichtwechslern, die sich auf die Erfahrung ungewohnter Perspektiven eingelassen haben!





