34 neue Schulkinder, das Beispiel Abraham und ein Geduldsfaden, der nicht reißt

Am Samstag hat die Evangelische Grundschule Bitterfeld-Wolfen das neue Schuljahr mit einem feierlichen Einschulungsgottesdienst begonnen. Die 34 neuen Schülerinnen und Schüler füllten mit ihren Eltern, Verwandten und Gästen die Stadtkirche in Bitterfeld.

Ein guter Moment sei dies, um innezuhalten, um dankbar zu sein und sich an die vielen Schritte zu erinnern, die man bis hierhin schon zusammen mit seinem Kind gegangen sei, sagte der Pfarrer und Theologische Vorstand Michael Bartsch zur Begrüßung. Kurz nachdem die künftigen Schulkinder mit ihren neuen Lehrerinnen und Lehrern feierlich in die mit Sonnenblumen geschmückte Stadtkirche eingezogen waren. Und damit einen ersten Weg ohne die eigenen Eltern zurückgelegt hatten.

Um Aufbruch und Vertrauen ging es auch in dem kurzen Anspiel von Lehrerin Ina Zunkel und Hortleiterin Daniela Skodzik, in dem Puppe Fabian von seinen Ängsten vor dem Umzug ins „Land Schule“ berichtete, von seinen Sorgen vor dem Neuen und Unbekannten. Er wurde ermutigt, Vertrauen zu haben – wie der biblische Abraham, der einst ganz neu beginnen musste.

Eine musikalische Ermutigung gab es im Anschluss auch vom Chor der Evangelischen Grundschule: „Sei mutig und stark“ sangen die älteren Kinder ihren neuen Mitschülerinnen und Mitschülern zu Gitarrenbegleitung kraftvoll entgegen!

Dann wurden die neuen Schulkinder in Gruppen nach vorne in den Altarraum gerufen und bekamen den Segen für ihre nun beginnende Grundschulzeit. Zusätzlich beschenkt wurden sie mit Sonnenblumen, Urkunden und einer großen Trinkflasche.

Symbolisch wurde es, als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Grundschule sich zu einem Segenskreis im Altarraum zusammenfanden und im Anschluss jeweils ein Geschenk mit reißfestem „Geduldsfaden“ überreicht bekamen.

Nach der Bestärkung in Gemeinschaft endete der Gottesdienst mit dem erneuten Auszug der Kinder aus der Kirche. Sie trennte nun nichts mehr vom Erhalt ihrer Zuckertüten, die ihnen im benachbarten Haus der Diakonie mit ein paar einführenden Worten in ihren Stammgruppen überreicht wurden.

Im strahlenden Sonnenschein wurde der Kirchhof mitten in Bitterfeld dann noch einmal richtig voll. In den Händen ihrer stolzen Besitzerinnen und Besitzer wurde manch kegelförmiges Kunstwerk bestaunt: Hier schlängelte sich eine Giftschlange um eine Dschungeltüte, dort entwuchs eine Blume der runden Öffnung oder es kreisten Planeten auf größer werdenden Bahnen der noch zugebundenen Schleife entgegen. Auch eindrucksvoll: ein Blumenstrauß mit Buntstiften.

So lösten sich die vergnügten Foto- und Familiengruppen erst langsam auf, um das verbleibende freie Wochenende vorm Schulbeginn noch zum gemeinsamen Feiern zu nutzen.

Die Evangelische Grundschule freut sich über Bewerbungen für das Folgeschuljahr. Sie können bis zum 16. Oktober 2026 abgegeben werden. Mehr dazu auf der Schulseite.