30 Jahre Erziehungs- und Familienberatungsstelle

Zum Jubiläum berichten Mitarbeiterinnen von den Besonderheiten ihrer täglichen Arbeit.

„Ich verstehe unsere Beratungsstelle als einen geschützten Ort, an dem Unterstützung und Orientierung angeboten werden.“ Diesen geschützten Ort, von dem Manuela Hempel, Diplompsychologin, spricht, gibt es jetzt seit dreißig Jahren: Am 1. April 1996 gründete sich die Beratungsstelle, die seit 2014 ihren festen Sitz im Haus der Diakonie am Kirchplatz in Bitterfeld hat.

Für Menschen in Bitterfeld und Umgebung ist sie Anlaufstelle bei erzieherischen, familiären und persönlichen Fragen und Problemen. Sie richtet sich vor allem an Kinder, Jugendliche, deren Eltern und alle sonstigen beteiligten Personen.

Die psychologischen und pädagogischen Fachkräfte der vom Diakonieverein getragenen Beratungsstelle unterstützen z.B. bei Erziehungsunsicherheiten, bei Leistungs- und Lernproblemen in der Schule oder beim angemessenen Umgang mit Gefühlen wie Wut, Aggression, Traurigkeit oder Angst. Sie geben Ratschläge zur Erziehung während der Pubertät, zur Verwendung von modernen Medien, zu psychischen Belastungen oder zum Umgang mit Partnerschaftskonflikten und Trennungssituationen.

„Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir am Herzen. Ich sehe mich dabei als Zuhörerin, die Probleme ernst nimmt und den individuellen Lösungsweg begleitet. Auch die Arbeit mit ratsuchenden Eltern ist sehr erfüllend“, berichtet Hempel, die seit nunmehr 16 Jahren für die Beratungsstelle arbeitet.

Letztere ist nicht nur ein Schutzraum für vertrauensvolle Gespräche, sie ist auch ein Ort der Zusammenkünfte, an dem Menschen sich neu finden: „Besonders beeindruckt bin ich von Familien, die sich Zeit nehmen, sich an einen Tisch zu setzen, die sich zuhören und gemeinsam positive Veränderungen erreichen wollen. Es ist toll, wenn Familien diese Gespräche außerhalb der Beratungsstelle fortführen und in der nächsten herausfordernden Zeit auf das gemeinsam Gelernte zurückgreifen können“, erzählt Martha Böhm-Beck, Psychologin, von ihrer Erfahrung mit der Beratung ganzer Familien.

Alle Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle empfinden das Vertrauen, das ihnen täglich entgegengebracht wird, als große Besonderheit ihrer Arbeit: „Ich bin dankbar, dass ich ein Stückweit am Leben anderer Menschen teilhaben darf und dass mir diese für eine gewisse Zeit ihr Vertrauen schenken. Es fällt nicht leicht und ist auch nicht selbstverständlich, sich anderen Menschen zu offenbaren“, sagt Diplompsychologin Sabrina Zeller-Lehmann.

Seit 1996 hat die Erziehungs- und Familienberatungsstelle ca. 26.000 Personen betreut und beraten. Die Anzahl an Beratungsanfragen und betreuten Personen steigt in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Der Bedarf nach einem geschützten Raum und einer vertrauensvollen, professionellen Beratung ist auch zum 30-jährigen Jubiläum der Beratungsstelle groß.

Die facettenreiche, herausfordernde und erfüllende tägliche Arbeit – sie geht weiter für das Team der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Diakonievereins!